Weissweine


In Frankreich wird Essen zelebriert. Zu einem guten Essen gehört auch immer ein guter Wein! Zu vielen typisch französischen Gerichten gibt es einen passenden Wein, der dem Essen das letzte I-Tüpfelchen verleiht, die Geschmackserfahrung intensiviert und den Genuss wohlwollend verlängert. Ein Essen mit dem richtigen Wein zu kombinieren, ist eine wahre Kunst, die zu beherrschen, es sich lohnt!

Frankreich wird meist mit Rotwein in Verbindung gebracht, manchmal sogar zum Rotweinland deklariert! Die Statistik (2019, intervin.fr) zeigt warum: Über 50 Prozent der in Frankreich hergestellten "stillen Weine" sind Rotweine (vin rouge), 26 Prozent entfallen auf Weißweine (vin blanc) und 19% auf Roséweine (vin rosé). 

Unter den französischen Weißweinen finden sich wahre Schmuckstücke. Die Vielzahl an Terroirs mit unterschiedlichen Rebsorten begünstigt eine große Vielfalt an Weinen für jeden Geschmack.

Wie wird Weißwein eigentlich hergestellt?

Mit Ausnahme von Champagner, bei dem der Anteil an schwarzen Trauben überwiegt, werden Weißweine aus weißen Trauben gewonnen. Das Prinzip der Weißweinbereitung, das zahlreiche Varianten umfasst, beruht auf der Vergärung des reinen Traubensaftes, der von vornherein von der Schale und den Kernen getrennt wird, um die Diffusion von Tanninen und Farbe zu verhindern.

Weißweine nach französischer Region

Bordelais

Im Bordelais, der Region um die Stadt Bordeaux im Südwesten Frankreichs, werden aus den Rebsorten Semillon, Sauvignon und Muscadelle namhafte Weissweine produziert.

Semillon ist eine der Grundrebsorten für trockene Weißweine, die meist mit Sauvignon verschnitten wird. Diese Rebsorte ist aufgrund ihrer Aromen und ihrer Frische für die meisten trockenen Weißweine des Bordelais sehr wichtig. Muscadelle, die dritte Rebsorte, ist sehr aromatisch und wird in kleinen Mengen und in reifem Zustand in Cuvées sehr geschätzt.

Die weitläufige Region Graves, die sich am linken Ufer der Garonne, oberhalb der Stadt Bordeaux, erstreckt, ist das älteste Weinbaugebiet von Bordeaux. Es umfasst die Appellationen Pessac-Léognan und Graves. Die Weißweine aus Pessac-Léognan steigen mehr und mehr in die Riege der großen Weißweine auf. Die Vermählung der beiden weißen Rebsorten Sauvignon und Sémillon ist hier die Regel. Erstere ist oft dominant und bringt schneidige, fruchtige Aromen mit, während Sémillon für Fülle und kandierte Noten sorgt. Muscadelle Trauben können den Verschnitt in kleinen Mengen mit ihrer Rundheit und ihren besonderen Aromen komplettieren. 

Im südlichen Graves-Gebiet befindet sich auch die Appellation Sauternes, die zu den berühmtesten Süßweinen der Welt gehört. Der Wein hat eine goldene Farbe, tiefe Noten von Honig, getrockneten und kandierten Früchten. Er wird gern als Abschluss eines Essens, allein oder mit einem Dessert zusammen genossen. Gekühlt serviert, ist er pur ein idealer Aperitif oder ein perfekter Begleiter für eine Gänseleberpastete

Mit Sauternes geht der Begriff der Edelfäule einher, die Semillon Trauben werden von der sogenannten Edelfäule befallen. Dies ist ein Pilz, der sich auf den Beeren entwickelt, sie zusammenfallen lässt und ihren Zucker-, Säure- und Aromagehalt durch Verdunstung von Wasser konzentriert. Dieser konzentrierte Saft bringt die größten Liköre hervor!

Im Médoc, einer der bekanntesten subregionalen Weinbau-Appellation im Bordelais, werden unter der AOC Bordeaux blanc Weißweine produziert. 

Die Region Entre-deux-mers stellt das wichtigste Weinbaugebiet des Bordelais und das größte AOC-Weinbaugebiet Frankreichs dar. Die AOC Entre-deux-mers ist für trockene Weißweine reserviert, die sich wie für das Bordelais typisch aus der Vereinigung von Sauvignon und Sémillon ergeben und manchmal mit Muscadelle verfeinert werden.

Bourgogne

In der französischen Region der Bourgogne dienen vor allem Chardonnay Trauben und ab und an auch Pinot blanc zur Herstellung von Weißweinen (vins blancs). Chardonnay kann in seinen Aromen und Düften je nach Weinbereitung, Alterung und Terroir stark variieren. Die typischen Weißweine wie die AOC Bourgogne, Macon oder Chablis werden selten im Fass ausgebaut und bringen den fruchtigen Charakter der Rebsorte (Zitrusfrüchte, Steinobst, exotische Früchte, etc.) mit mehr oder weniger Säure oder Fülle zum Ausdruck. Die besten Weißweine gewinnen mit zunehmendem Alter an Komplexität.

Weitere namhafte Weissweine dieser Region Frankreichs sind neben Chablis, Weine der AOC Macon-Villages, Pouilly-Fuissé oder Saint-Véran aus dem südlichen Macon-Gebiet. 

Loire

Die Weinanbauregion Centre-Loire umfasst die Weinbaugebiete Sancerre und Pouilly (Pouilly Fumé), die für ihre fruchtigen und belebenden Weißweine aus der Rebsorte Sauvignon blanc bekannt sind. Touraine und Anjou, die zweitgrößte Weinbauregion an der Loire, ist für verschiedene Weißweinstile u.a. für den Vouvray in der Gegend um den gleichnamigen Ort am nördlichen Ufer der Loire bekannt. In der Region der Basse-Loire dominiert die Rebsorte Muscadet, die einen leichten, fruchtigen Weißwein hervorbringt.

Rhône Tal

Bei den Weißweinen an der Rhône teilt sich das Tal beim Zusammenfluss mit der Drôme in zwei Hälften: Im Norden dominieren der Duft und die Aromen von Aprikose des Viognier, in Hermitage, Crozes-Hermitage und Saint-Joseph die Rebsorten Marsanne und Roussanne.

Provence

In der französischen Region der Provence stellen 9 von 10 Flaschen Côtes-de-Provence Roséwein dar. In unserem Shop finden Sie einen weißen Côtes de Provence der Domaine Houchart aus den Rebosorten Rolle und Clairette. Auch Ugni Blanc und Sémillon werden hier zur Weißweinherstellung genutzt. Sowohl die Rosés als auch die Weißweine der Provence sollten jung getrunken werden. 

Languedoc-Roussillon

Im Anbaugebiet des Languedoc dominierten die Rotweine. Sie besitzen den sonnigen und kräftigen Charakter, der aus vollreifen Trauben und einer Reihe von Rebsorten entsteht, die an die Hitze des Mittelmeers angepasst sind. Roséweine nehmen zu, während die Weißen weiterhin selten sind. Ein Beispiel ist Limoux (Chardonnay, Chenin, Mauzac), die Hochburg des natürlichen Süßweines.